Welpenabgabe

Wann ist das richtige Abgabealter für Welpen?
Ab der 8. Woche, zum Ende der Prägungsphase und Beginn der Sozialisierungsphase, ist der beste Zeitpunkt der Abgabe, da der Welpe dann genug Zeit hat, sich in seine neue Familie richtig einzufügen und früh spielerisch lernen kann, sich an Regeln zu halten.

Deshalb bitten wir alle, die einen Welpen von uns bekommen, zum Abgabetermin, Urlaub zu nehmen. Ideal sind zwei bis drei Wochen, damit der Welpe genug Zeit hat sich einzugewöhnen.

Die Phasen der Welpenentwicklung

Vegetative Phase (1. und 2. Lebenswoche)
Die Augen sind noch geschlossen, der Gehör- und Geruchssinn noch nicht ausgeprägt.


Übergangsphase (3. Lebenswoche)
Die Lidspalten und die äußeren Gehörgänge öffnen sich, sehen kann der Welpe aber noch nichts. Erst mit der dem 17. oder 18. Lebenstag entwickelt sich die Sehfähigkeit. Dasselbe trifft für das Gehör zu. Der Welpe hat vorher fast ausschließlich getrunken und geschlafen. Nun nimmt er seine Wurfgeschwister und die unmittelbare Umgebung aktiv wahr.


Prägungsphase (4. bis 7. Lebenswoche)
Ohren, Nase und Augen haben sich voll entwickelt. Idealerweise lernt der Welpe jetzt, mit den unterschiedlichsten Eindrücken seiner Umwelt umzugehen, wie z.B. Menschen, Geräuschen und anderen optischen Eindrücke. Er nimmt die Umwelt wahr und lernt seine Sozialpartner kennen. Im Spiel mit seinen Geschwistern lernt er, seinen sozialen Rang zu finden. In dieser Zeit werden seine Persönlichkeit und sein Temperament geprägt.
Entzieht man dem Welpen in dieser Phase alle diese Eindrücke, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit später Sozialisierungsprobleme haben.


Sozialisierungsphase (8. bis 12. Lebenswoche)

Nun beginnt der Welpe damit, die Umwelt zu entdecken und sich in die Rangordnung einzufügen. Alles was er jetzt lernt, lernt er fürs Leben. In einem Hunderudel würde der Welpe jetzt vom Rüden erzogen werden. Diese Aufgabe müssen nun wir Menschen übernehmen. Auch wenn der Welpe selbstverständlich niedlich ist – jetzt ist es an der Zeit, ihm liebevoll und konsequent seine Grenzen aufzuzeigen. Seine Neugier, seine Lernfähigkeit und sein aufgeschlossenes Wesen machen wir uns für die Erziehung zunutze. Der Kontakt zu anderen Welpen, neuen Geräuschen, neuen und unterschiedlichen Bodenbelägen und natürlich auch zu Menschen ist jetzt wichtig. Diese Wochen sind für den Welpen – und natürlich auch für uns – mit die wichtigste Zeit. Alle Fehler in dieser Zeit, alle erlebten Unsicherheiten und Ängste wirken in der Hundeseele das ganze Leben lang nach.

Rangordnungsphase (13. bis 16. Lebenswoche)
Jetzt nimmt der Hund seine Position in der Rangordnung ein. Der Rudelführer Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft. Nun ist es wichtig, seine klaren Regeln aufgestellt zu haben und dem Hund seine Grenzen aufzuzeigen.


Rudelordnungsphase (5./6. Monat)
Der Hund verliert seine Milchzähne und das richtige Gebiss bildet sich aus. Der Besitzer muss dem Hund deutlich machen, dass sein Platz, seine Stellung in der Familie die unterste im „Familienrudel“ ist. Der Hund schließt sich der Person an, die sich ihm als souveräner Rudelführer darstellt.


Pubertätsphase (7. bis 12. Monat)

Alle Eltern von Menschenkindern können davon ein Lied singen …
Bei Hunden ist es ähnlich. Der Hund scheint alles Erlernte vergessen zu haben, die Ohren sind auf Durchzug geschaltet … In dieser Zeit sollte man nicht resignieren oder aufgeben, sondern mit liebevoller und klarer Konsequenz weiter mit dem Hund arbeiten. Das ist nun auch die Phase, in der der Rüde sein Bein hebt und bei der Hündin die erste Läufigkeit eintritt.


Reifungsphase (12. bis 18. Monat)

Der Hund ist nun körperlich und geistig „ausgereift“. Positive wie auch negative Eindrücke und Erfahrungen bestimmen nun sein weiteres Handeln. Alle negativen Verhaltensmuster sind jetzt nur noch mit sehr viel Geduld und am besten mit fachlicher Hilfe zu verändern.