Wie erkenne ich ein hochwertiges Hundefutter?


Inhaltsstoffe
Die Inhaltsstoffe sind immer in absteigenden Gehalten aufgelistet, d.h. der mengenmäßig größte Anteil steht an erster Stelle.

Getreide
Bei vielen Produkten ist das das Getreide. Da der Hund aber kein Getreidefresser ist, zeichnet sich ein hochwertiges Hundefutter durch einen hohen Fleischanteil aus. Wenn Fleisch an erster Stelle steht, sieht es schon einmal ganz gut aus. Aber Vorsicht, manchmal wird der Getreideanteil aufgesplittet (z.B. Weizenmehl, Weizen). Dadurch kann der Getreideanteil an zweiter und dritter Stelle stehen, ist aber gesamt gesehen immer noch größer, als der Fleischanteil. Getreide wird manchmal einfach als billiger Füllstoff verwendet, ohne dass es der Hund gut verwerten kann. Um einen hohen Rohproteingehalt zu vermeiden, sind Kohlehydrate aber grundsätzlich notwendig.
Als Kohlehydrat-Lieferant dient aber besser der Reis oder die Kartoffel!
Somit werden auch Gluten-Unverträglichkeiten vermieden, woran heute sogar schon Hunde leiden.

Fleisch und tierische Nebenprodukte
Ein artgerechtes Hundefutter verzichtet gänzlich auf undefinierbare tierische Nebenprodukte. Zumeist handelt es sich um Schlachtabfälle der Kategorie 3:

Knochen, Blut, Häute, Hufe, Federn, Wolle, Hörner, Haare, Pelze, Gedärme ohne Inhalt, ehemalige Lebensmittel tierischen Ursprung, die nicht mehr für den menschlichen Verzehr bestimmt sind (z.B. wegen Herstellung- und Verpackungsmängel), Schweineborsten, Schalen, Fische, Fischabfälle, Küchen- und Speiseabfälle.

Einige Nebenprodukte haben sicher auch einen Nährwert, aber es wird nicht deklariert, um welche Nebenprodukte es sich handelt und in welchem Verhältnis zum Fleisch diese vorliegen.

Selbst Fleisch sagt noch nicht so viel aus. Fleisch vor der Trocknung wiegt nun einmal mehr, wie nach der Trocknung, darum ist es bei Trockenfutter von Vorteil, wenn z.B. Geflügelfleischmehl draufsteht. Somit ist sichergestellt, dass das Fleisch auch im getrockneten Zustand gewogen wird, und somit zu Recht an erster Stelle der Inhaltsliste steht.

Ein hochwertiges Hundefutter benennt immer das Tier, aus welchem das Fleisch gewonnen wurde (immer unter Inhaltsstoffen schauen). Wenn z.B. 4% Huhn draufsteht, handelt es sich um tierische Nebenprodukte vom Huhn (s.o.) und nicht etwa um Hühnerfleisch, sonst würde das nämlich so drauf stehen.

Das gleiche gilt für Fisch und Fischnebenprodukte.


Pflanzliche Nebenprodukte

Diese haben im Hundefutter nichts zu suchen. Es handelt sich um Abfälle z.B. aus Bäckereierzeugnissen, Erdnussschalen, minderwertigem Getreide, Rübenschnitzel. Diese müssen leider nicht deklariert werden.


Fette und Öle

Ein ausgewogenes Hundefutter sollte immer tierische und pflanzliche Fette enthalten. Fette sind wichtige Energielieferanten. Auch hier sollte immer genau darauf stehen, um welches Fett oder Öl es sich handelt. Besonders wichtig sind dabei die Omega-3-Fettsäuren, immer im richtigen Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren. Zu empfehlen sind dabei Fischöle, Leinöl, Rapsöl.

Zucker
Zucker gehört nun überhaupt nicht in ein Hundefutter. Er dient einfach dazu, das Futter schmackhaft zu machen, das sonst aufgrund der anderen Zutaten womöglich gar nicht gefressen würde. Heutzutage leiden sogar schon Hunde an den sog. Zivilisationskrankheiten wie z.B. Diabetes. Bei solchen Inhaltsstoffen ist das nun wiederum nicht verwunderlich.

Mineralstoffe und Vitamine
Sie sind wichtig für die Gesundheit des Hundes, und sollten ausgewogen vorhanden sein. Bei den meisten Herstellern müssen diese nach dem Herstellungsprozess in künstlicher Form zugefügt werden, da die Vitamine das Ganze nicht überleben, und auch die Mineralien meist nicht in ausgewogener Menge vorhanden sind. Deshalb wird das Futter damit nachträglich besprüht. Künstliche Vitamine werden allerdings in letzter Zeit, wie beim Menschen auch, kontrovers diskutiert.

Einige Hersteller bieten stattdessen in aufwendigen Verfahren hergestelltes Futter an, welches so ausgewogen zusammengestellt ist, dass eine Zufuhr künstlicher Vitamine und Mineralien nicht mehr erforderlich ist. Diese werden im sogenannten Kaltpressverfahren, ohne Erhitzung des Produkts hergestellt.

Sonstige Zusatzstoffe
Hochwertige Hundefutter sollten folgende Zusatzstoffe nicht enthalten:
•Geschmacksverstärker
•künstliche Aromastoffe
•Farbstoffe
•künstliche Konservierungsmittel, vor allem das schädliche BHA (E320) BHT( E321) und Ethoxyquin (E324) sowie die E-Nummern: E201,202,203,300,301,302,304,316,306,309,310,324

Vorsicht, viele dieser Stoffe werden auch unter dem Begriff "EG-Zusatzstoffe" versteckt. Außerdem ist es nicht notwendig Zusatzstoffe aufzuführen, die schon in den Rohstoffen enthalten waren, also nicht vom Hersteller zugeführt wurden. Man kann also trotzdem nicht sicher sein, dass nichts enthalten ist.

Noch ein Wort zu den Prozenten

Die Hersteller müssen die Analysen-Werte von Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, und Rohasche angeben.
Diese sollten innerhalb bestimmter Bereiche liegen:


Rohprotein
Hierbei handelt es sich um das Gesamteiweiß, tierisch und pflanzlich. Es sagt aber nichts über die Qualität des Eiweißes aus.
junge Hunde : 25 - 30%
erwachsene Hunde: 20 - 25%


Rohfett
Zu viele Fette belasten wie beim Menschen auch Herz, Kreislauf, Leber. Ein ausgewogenes Verhältnis von essentiellen (lebenswichtige)Fettsäuren ist nur durch ein qualitatives hochwertiges Pflanzenfett zu erreichen.
Minderwertiges Fett schafft ein unausgewogenes Verhältnis von Fettsäuren, was zu Zellstoffwechselstörungen, Hauterkrankungen usw. führt. Ständig breiiger Kot, häufige Durchfälle können auf minderwertige Fette hinweisen.

8 - 13 %

Rohfaser
Sind nicht verdauliche Inhaltsstoffe, die bei Natur belassenem Futter natürlich vorhanden sind. Sie werden meistens zugesetzt (z. B. Rübenfaser als Abfallprodukt der Zuckerraffinerien)
Hohes Stuhlvolumen deutet auf minderwertige Rohfaser hin!

2 - 4%

Rohasche
Ist die Summe aller Rückstände, die bei der Verbrennung übrigbleiben.
Hoher Rohascheanteil führt langfristig zu Nierenschäden und vermehrte Zahnsteinbildung.

4 - 7%

Das Ganze sind rein analytische Werte. Das Augenmerk sollte immer zuerst auf die Zusammensetzung des Futters gelegt werden, da Prozente nicht immer eine Aussage über die Qualität machen können, die Angaben der Zusammensetzung allerdings schon. Was nützt ein Futter, bei dem die Prozente stimmen, aber nur minderwertige Zutaten enthalten sind?

Geht einmal bewusst durch die Futtermittelregale. Wie viele Produkte findet Ihr, bei denen:
1.Fleisch an erster Stelle steht
2.keine tierischen und pflanzlichen Nebenprodukte enthalten sind
3.kein Zucker drin ist
4.Mineralien und Vitamine in natürlicher Form erhalten bleiben (z.B. durch Kaltpressung)?

Viel Spaß beim Suchen!