Leptospirose

Die Leptospirose wird auch als Stuttgarter Hundeseuche oder Weil’sche Krankheit bezeichnet. Für diese Erkrankung sind Leptospiren verantwortlich, die zu den Bakterien gehören.

Die Ansteckung erfolgt über den Harn infizierter Tiere wie Mäuse und Ratten sowie durch verunreinigte Gewässer (Teiche, Gräben, Tümpel). Zu Beginn der Erkrankung werden Müdigkeit und oft ein Schwächezustand in den Hinterbeinen beobachtet, der das Springen und Treppensteigen mühsam macht. Nach diesen anfänglichen Erscheinungen zeigen sich Nierenentzündungen, Störungen des Magen-Darmbereiches mit Erbrechen und Durchfall sowie andere Merkmale. Die Leptospirose löst auch eine Gelbsucht aus, die immer einen schweren Verlauf nimmt.

Leptospiren sind kleine fadenförmige, gewundene Bakterien (Schraubenbakterien), die sich aktiv fortbewegen können. Sie sind so in der Lage, sich in dem Körper, den sie befallen haben, auszubreiten.

Bei vielen Tierarten und auch beim Menschen kommt die Leptospirose vor.

Die zahlreichen verschiedenen Bakterientypen der Leptospiren machen es nahezu unmöglich, einen hundertprozentigen Impfschutz zu erreichen.

Ein großer Fortschritt konnte jedoch kürzlich mit einem sechsfachen Impfstoff erzielt werden. Mit nur einem Impfstoff wird Ihr Hund gegen die sechs häufigsten Leptospirosentypen immunisiert. Außerdem wurde bei der Neuentwicklung auf eine verbesserte Verträglichkeit geachtet, sodass die Nebenwirkungen deutlich reduziert werden konnten und kaum mehr Allergien ausgelöst werden. Die Grundimmunisierung folgt dem üblichen Schema mit einer Initialimpfung und einer Folgeimpfung nach drei bis vier Wochen. Anschließend muss jährlich nachgeimpft werden, was gut mit der jährlichen Kombiimpfung verbunden werden kann.


Übertragungswege der Leptospirose
Die Leptospirose wird durch Flüssigkeiten übertragen. Infizierte Tiere scheiden die Bakterien mit dem Urin aus. Nicht nur Hunde, sondern auch wildlebende Tiere können an Leptospirose erkranken und die Bakterien verbreiten.
Vor allem Ratten sowie speziell die Wasserratten sind ursächlich dafür verantwortlich, dass rund um Gewässer eine erhöhte Belastung mit Leptospiren besteht. Vor allem im Sommer herrschen in kleinen Wassertümpeln ideale Bedingungen für die Bakterien. Hat sich ein Hund angesteckt, wird es auch für seinen Besitzer gefährlich. Denn die über den Urin ausgeschiedenen Leptospiren können unter ungünstigen Bedingungen auf Menschen übertragen werden. Die Impfung schützt also nicht nur das Tier selbst, sondern auch seine Besitzer.

Hunde unter 6 Monaten erkranken am schwersten.
Die Hauptsymptome sind Organschäden durch Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Gerinnungsstörungen mit vermehrter Blutungsneigung. Der Besitzer bemerkt Fressunlust, Erbrechen und Fieber. Später kommen Mattigkeit, erschwerte Atmung, Gewebedefekte der Maulschleimhaut, Muskelzittern und blutiger Stuhl hinzu.
Die Nierenschädigung zeigt sich in häufigem Harnabsatz in kleinen Mengen. Kommt es zu einem Nierenversagen, stirbt der Hund. Wenn die Leptospiren ins Gehirn gelangen, kommt es zu einer Hirnhautentzündung, die jedoch weniger häufig auftritt als beim Menschen.

Impfschema beim Welpen (siehe auch "Impfung des Hundes")
1.Impfung mit 8 Wochen gegen SHLP
2.Impfung mit 12 Wochen gegen SHLTP
3.Impfung mit 16 Wochen gegen SHLTP

Jährliche Wiederholungsimpfung für SHLP

Kann die Leptospirose behandelt werden? Wie kann ich vorbeugen?
Trotz der sofortigen Gabe eines geeigneten Antibiotikums kann das Bakterium nicht gänzlich aus dem Körper eliminiert werden. So kann eine Dauerausscheidung der Leptospiren nicht immer verhindert werden.
Um den Hund im Vorfeld vor einer Leptospiren-Infektion zu schützen sind Schutzimpfungen unumgänglich. Nach einer Grundimmunisierung zweimal im Abstand von drei bis vier Wochen ist eine jährliche Impfung durchzuführen (wie oben schon beschrieben).
Im Impfpass Ihres Hundes erkennen Sie diese Impfkomponente am
L auf dem Aufkleber im entsprechenden Impfstofffeld.




Rund um Gewässer besteht eine erhöhte Belastung mit Leptospiren!!!


Bitte lasst Eure Hunde deshalb nicht aus Pfützen trinken und vor allem nicht in stehende Gewässer oder Bäche baden!!!


... und spricht mit Eurem Tierarzt über die "neue Impfung"!!!

Wir empfehlen Euch auch, mit Eurem Welpen erst nach der kompl. Impfung (plus mind. zwei Wochen, also frühstens mit 18 Wochen) die Welpenspielstunde zu besuchen! Und bitte nehmt für Euren Hund einen eigenen Wassernapf mit und lasst ihn nicht aus Trinknäpfen trinken, woraus sich jeder Hund "bedienen" kann!!!